Hoher Blutdruck schädigt die Nieren — und geschädigte Nieren treiben den Blutdruck weiter hoch.
Bluthochdruck ist nach Diabetes die zweithäufigste Ursache für Nierenversagen. Erhöhter Druck belastet die kleinen Nierengefäße, es entsteht eine hypertensive Nephropathie. Umgekehrt verschlechtert die Nierenerkrankung die Blutdruckkontrolle — ein Teufelskreis, der nur mit konsequenter Therapie durchbrochen wird.
Die Nieren sind ein Hochdruckorgan: Sie regulieren Salz, Wasser und Gefäßtonus. Geschädigte Nieren halten Natrium zurück, aktivieren das Renin-Angiotensin-System und erhöhen den Druck — und hoher Druck schädigt wiederum die Filter.
Jede Blutdrucksenkung um 5 mmHg verlangsamt die CKD-Progression messbar — das ist die wirksamste Nierenschutztherapie überhaupt.
Ziel: Blutdruck unter 130/80 mmHg, bei Albuminurie noch strenger. Basis: ACE-Hemmer oder ARB (nierenprotektiv), dazu je nach Bedarf Kalziumantagonisten und Diuretika.
Bei Dialysepatienten: Ziele individuell, da zu niedriger Druck während der Sitzung Krämpfe und Fistelprobleme verursachen kann.
Salz unter 5 g/Tag senkt den Blutdruck wie ein Medikament. Verstecktes Salz steckt in Brot, Wurst, Käse, Fertiggerichten und Dosensuppen — nicht nur im Salzstreuer.
Eigenmessung: 2× täglich, Protokoll für die Praxis; Ziel zu Hause oft etwas niedriger als in der Praxis.
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